VDE/BMBF-Schülerwettbewerb INVENT a CHIP 2018

Luca Beetz, Patrick Bär, Marcel Schöckel und Josias Neumüller (von links) haben mit ihrem Projekt "Sitzsensor" den BMBF-Sonderpreis bekommen.

| Hannibal / VDE
14.11.2018 85 0

Gymnasiasten aus Kulmbach entwickeln „Sitzsensor“

- BMBF-Sonderpreis für Patrick Bär, Luca Beetz, Josias Neumüller und Marcel Schöckel beim VDE/BMBF-Schülerwettbewerb „Invent a Chip“

- Innovation im Kampf gegen Rückenschmerzen

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Rückenschmerzen durch häufiges Sitzen müssen nicht sein. Und weil eine falsche Haltung viel dazu beiträgt, entwickelten Patrick Bär (18), Luca Beetz (17), Josias Neumüller (16) und Marcel Schöckel (16) vom Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium in Kulmbach ihren „Sitzsensor“. Er zeigt an, ob man schief oder gebeugt sitzt. „Um den Träger auf die gekrümmte Sitzhaltung hinzuweisen, wird ein Vibrationsmotor, der am Rücken befestig ist, angeschaltet“, erklärt das Team. In ihrem Modell sind dazu zwei Sensormodule, die die Neigung der Wirbelsäule erkennen, untereinander an einem enganliegenden Shirt befestigt. Ihr Projekt überzeugte die Jury des Schülerwettbewerbs „Invent a Chip“. Das Team aus Kulmbach sicherte sich den mit 2.000 Euro dotierten Sonderpreis des Bundesforschungsministeriums. Zum 17. Mal richten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Technologieverband VDE den weltweit einmaligen Wettbewerb an über 3.000 Schulen aus. Jugendliche lernen dabei die komplexe Chipentwicklung. „Es war sehr interessant, mehr über die Entwicklung und das Schaltungsdesign eines Chips zu lernen, weil man damit im normalen Schulalltag nicht in Berührung kommt“, stellen die Gymnasiasten fest.
Über 2.000 Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis dreizehn beteiligten sich an der aktuellen Runde. In einem Praxis-Workshop an der Leibniz-Universität Hannover lernten die zehn besten Teams die Grundlagen des Chip-Designs. „Jugendliche haben damit die Chance, erste Schritte wie die Profis zu wagen. Sie erleben die Faszination der neuen Technologien durch eigene Aktivitäten“, sagt der VDE-Vorstandsvorsitzende Ansgar Hinz. Ziel des Wettbewerbs ist es, den Nachwuchs für die Elektro- und Informationstechnik zu begeistern.
Der mikrochip-basierte Sitzsensor bekam jetzt eine der begehrten Auszeichnungen. Das Projekt wurde im Rahmen des VDE Tec Summit in Berlin vor Wirtschaft, Politik und Wissenschaft prämiert. „Das ist Digitalisierung und Fortschritt, den Jugendliche eigenständig wagen. In ihren Exponaten wird deutlich, dass sie die neuen Technologien zur ganz konkreten Problemlösung nutzen“, sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.
Die Schüler aus Kulmbach präsentierten ihr T-Shirt mit Sensoren: „Wir konnten alle unsere Ideen umsetzen. Jetzt arbeiten wir noch an Verbesserungen am Design und weiteren Funktionen. Zwei Tage vor Abgabe ist uns ein Sensor durchgebrannt, sodass wir diesen noch schnell austauschen mussten“, sagen sie.
Den mit 3.000 Euro dotierten ersten Platz errang Gesa Dünnweber (17) vom Städtischen St.- Anna-Gymnasium in München für ihr Projekt „Zufallsgeneration“. Direkt auf einem Mikrochip kreiert sie Zufallszahlen. Sie dienen beispielsweise einer sicheren Verschlüsselung zusammen mit Passwörtern. Platz Zwei geht an Niklas Dobberstein (16) vom Gymnasium Lindlar. Er entwarf einen intelligenten, ergonomischen Arbeitsplatz für mobile Büros. Einstellungen für Tisch- und Stuhlhöhe oder die Neigung der Rückenlehne sowie Beleuchtung und Umgebungstemperatur lassen sich für jeden angemeldeten Arbeitsplatznutzer automatisch anpassen. Platz Drei und ein Preisgeld von 1.000 Euro sicherte sich Timo Alexander Schmidt (19) vom Bischöflichen Cusanus-Gymnasium in Koblenz. Seine Chip-Idee beschäftigt sich mit einem Alltagsproblem, das jeden treffen kann: Der leeren Klopapierrolle auf fremden Toiletten. „Mit Hilfe von drei farbigen LEDs wird jetzt der Füllstand angegeben“, sagt er.
Für die Kulmbacher Schüler hat sich der Einsatz gelohnt: „Wir haben viel über die Entwicklung eines Chips gelernt und Erfahrung mit der Organisation eines Teams gesammelt“, ziehen sie ein positives Fazit.
Die Preisträger erwartet neben den Geldpreisen jetzt die Aufnahme ins Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, Kontakte zu Industrie und Hochschulen sowie Einladungen zu Projektpräsentationen auf Messen. „Invent a Chip“ wird in der aktuellen Wettbewerbsrunde von zahlreichen Sponsoren unterstützt: Bosch, Cologne Chip, Globalfoundries, Infineon, Mentor Graphics, Siemens, Videantis, DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE.