Mehr als 1.200 Schüler aus ganz Deutschland nahmen teil am weltweit einmaligen VDE/BMBF-Wettbewerb „Invent a Chip“, bei dem Schüler ihren eigenen Chip entwickeln. Zehn Teams schafften es in die zweite Runde des Wettbewerbs. Nun stehen die Sieger fest. Ein Stuttgarter Gymnasiast machte mit seinem GaraParkoMat das Rennen. Sebastian Haug, mittlerweile Student der Elektrotechnik, schafft mit seinem Mikrochip Abhilfe, wo die Garage plötzlich zu klein ist, um den Wagen ohne lästige Kratzer im Lack zu positionieren. Fest in der Garage installiert, überwachen Sensoren die Position und den Einfahrwinkel des Fahrzeugs. Auf einem Display werden Lenkinformationen für das Einparkmanöver berechnet. Der GaraParkoMat empfiehlt je nach Situation die Richtung oder das Herausfahren aus der Garage. Enno Liess, Vorstandsvorsitzender des VDE, über den Wettbewerb: „Die Welt im Kleinen entdecken und Großes bewirken, Mikrochips sind faszinierend und können Erstaunliches leisten. Unsere Aktion macht Jugendlichen Lust auf diese Technologie und zeigt, dass fast alles möglich ist. Die Besonderheit liegt darin, dass die Mikrochips der Sieger tatsächlich in modernster Silizium-Technologie produziert werden.“
Auf Platz Zwei landete ein Team der Berufsschule Hannover mit einem Chip zur Hausautomation, der beispielsweise Heizung und Licht steuert, um Energiekosten zu senken. Mit einem Sensor und einem Mikrokontroller, für den Norbert Werner, Dennis Lange, Andreas Schreiber und Philipp Wente Software entwickelt haben, kann die Temperatur von Räumen überwacht und angepasst werden. Platz Drei geht gleich an zwei Entwürfe. Matthias Meyer und Malte Päsler aus der 13. Klasse des Lichtenberg Gymnasiums Cuxhaven entwickelten einen Kickerchip, der ein Spiel zwischen Mensch und Maschine am Kickertisch ermöglicht. Ausgezeichnet wurde auch der MediControl-Chip, den Gerd Grau, ebenfalls Jahrgangstufe 13, von der St. Lioba Schule in Bad Nauheim kreierte. Es handelt sich um eine automatische Medikamentenausgabe, die gerade bei älteren Menschen die regelmäßige Einnahme von Medikamenten gewährleisten soll.
Erstmals vergab das BMBF in diesem Jahr einen Sonderpreis für industrienahe Forschung. Der Preis ging an das fünfköpfige Team des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums Schweinfurt für ihr Projekt AutoCam. Im Fokus von Andreas Bauer, Julian Meder, Maximilian Petterka, Thorsten Riese und Fabian Wahler steht das Selbstfilmen von eigenen Freizeit- und Sportaktivitäten, wobei der Chip einen „Kameramann“ überflüssig macht. Der Chip, der in einem Kamerastativ montiert werden soll, verfolgt an Hand von Sensoren die Bewegung des Objekts und steuert die Motoren des Stativs. Der Parlamentarische Staatssekretär aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Rachel, zog eine positive Bilanz. „Die Ergebnisse sind erstaunlich und zeigen, dass wir Talente haben, die wir fördern müssen. Eine solche praxisorientierte Nachwuchsförderung ist eine wichtige Voraussetzung, um auch in Zukunft zu den führenden Bildungsnationen zu gehören.“
Prämiert wurden die Sieger im Rahmen des VDE-Kongresses 2006 „Innovations for Europe“ am 23. Oktober in Aachen. Die Schüler stellten ihre Entwürfe vor 1.500 Experten aus Forschung, Industrie und der Politik vor. Für den VDE – mit 34.000 Mitgliedern, davon 1.250 Unternehmen und 7.000 Studenten, einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas – ist Invent a Chip mittlerweile zum festen Bestandteil der Nachwuchsförderung geworden. Der Wettbewerb findet im Informatikjahr – Wissenschaftsjahr 2006 statt, das den Blick auf die Informatik und ihre vielfältige Anwendung richtet.
Die Gewinner erhalten neben ihrem eigenen Mikrochip zahlreiche Sachpreise: Platz 1 gewinnt einen IBM Laptop, Platz 2 eine Reise und Besichtigung bei AMD Dresden und Platz 3 je einen MP3-Player (IFA-Neuheit). Die Preisträger des BMBF reisen als VIP-Gäste zur CeBIT und können sich jeweils über eine Digitalkamera freuen. Invent a Chip wird von AMD, Atmel, Bosch, Cadence, IBM, Infineon, Mentor Graphics, Nokia, Philips, Siemens, Synopsys, VDE-Prüfinstitut, Viscom, Xilinx und X-Fab gefördert und unterstützt.